23/11/2017
12:03:43

 
 
Gemeinde: Sciaga und Montoia
 

Die beiden Alpgebiete Sciaga und Montoia liegen auf der linken Talseite und erstrecken sich von einer Höhe von 1'200 müM bis auf eine Höhe von zirka 1'600 müM.

(foto: Daniele Guerra)

Monti Sciaga

Das Gebiet Sciaga ist eine grosse, offene, nach Süden ausgerichtete Fläche von über 200’000 m2. Nebst der grossen Weidefläche ist die im Zentrum der Alp, am Weg von Indemini nach Montoia liegende, kleine Siedlung von besonderer Bedeutung. Die rechteckigen Häuser sind entlang des Wegs um den Hügelzug auf verschiedenen Ebenen errichtet. Auch wenn einige der Gebäude teilweise zerstört sind ist die grundsätzliche Bauart der Häuser noch erkennbar. Die raffinierte Bauweise zeugt von der grossen Fertigkeit der damaligen Erbauer. Obwohl sie nur über Baumaterial aus der näheren Umgebung verfügten sind die Präzision der Ecken und die Linearität der Fassaden bemerkenswert. Die Siedlung ist im Zonenplan als „Nucleo“ (Dorfkern) definiert. Deshalb dürfen Veränderungen oder Nutzungsänderungen nur unter Berücksichtigung der ursprünglichen Architektur erfolgen.

Il nucleo durante l'inverno.

Die umliegende Weidefläche bestimmt im Wesentlichen das Landschaftsbild der Alp. Da sie über einen längeren Zeitraum nicht bewirtschaftet wurde konnte auch auf Sciaga eine starke „Verwaldung“ beobachtet werden.

Im Jahr 1998 hat die Gemeinde einen grossen Teil des Gebiets Sciaga erworben. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um die Weidefläche und rund 30 Häuser (Rusticis). Der Kauf schaffte die Voraussetzung damit die Gemeinde die Verwaltung und den Unterhalt des Geländes gemäss dem möglichen Nutzungspotential in die Hand nehmen konnte.

1999 hat die Gemeinde Indemini mit der Unterstützung des Schweizerischen Fonds für Landschaftsschutz und der „LIM“ eine erste Rekultivierung durchgeführt. So konnten rund 150'000 m2 Weidefläche, vorher durch Gebüsche und Sträucher bedeckt, zurück gewonnen werden.

Der Unterhalt des Gebiets wurde in der Folge mit Pachtverträgen zwischen der Gemeinde und den örtlichen Bauern geregelt. Sie verfügen so über eine grössere Weidefläche während der Sommermonate.

Im Anschluss an eine Machbarkeitsstudie wurde kürzlich eine Wasserleitung gebaut um die Siedlung mit Trinkwasser zu versorgen. Sie ist für die landwirtschaftliche Entwicklung auf Sciaga von grösster Bedeutung. Das Projekt konnte dank der finanziellen Hilfe der „Sezione Bonfiche e Catastro“, der Schweizer Berghilfe und nicht zuletzt durch den freiwilligen Arbeitseinsatz vor Ort realisiert werden. Kürzlich wurden auch zwei Brunnen errichtet.

Die Gemeinde organisiert jedes Jahr einen Arbeitstag mit freiwilligen Helfern um den Dorfkern zu reinigen und Unterhaltsarbeiten an Häusern und Wegen durchzuführen. Damit soll der Zerfall, bis das Projekt „far rivivere Sciaga“ (Wiederbelebung von Sciaga) realisiert werden kann, aufgehalten werden. Das Projekt wurde von der Gemeinde erarbeitet und wird vom Kanton unterstützt. Er hat dazu einen Unterstützungskredit im Zusammenhang mit dem Projekt der Gemeindezusammenlegung im Gambarogno garantiert.

Alpe Montoia

Die Alp Montoia gehört in das gleiche Territorialgebiet, ist im Besitz des Patriziats und liegt abgelegen von Sciaga auf einer Höhe von 1'600 müM.

Die Gebäude auf Alp Montoia wurden vor kurzem durch das Patriziat von Indemini komplett renoviert. Seit Mai 2008 sind rund 100 Ziegen auf der Alp und im August grasen zusätzlich auch Schottische Hochlandrinder auf den Weiden. Im Rustico wurde eine Käserei realisiert und es werden „Formaggini di Capra“ und „Formagella“ produziert. Die Betreiber der Alp Montoia, Gabriele Guggiari und Lara Demarchi bieten den Wanderern auch kleine Erfrischungen an.


Die beiden Alpen können über ein Netz von Wanderwege aus allen Zonen des Gebiets erreicht werden. Vom Monti di Idacca aus ist Sciaga über einen leicht begehbaren Weg erreichbar. Kurz nach Monti di Idacca, auf dem Weg nach Sciaga, zweigt der Bergweg nach Montoia ab und von dort kann der Monte Tamaro und der Monte Lema erreicht werden. Sciaga und Montoia befinden sich somit an relativ häufig begangenen Routen.

Einige freiwillige Helfer auf am Werk während des Arbeitstags auf Sciaga. (foto: Daniele Guerra)

Von Bedeutung ist der Weg welcher sich, nachdem man von Indemini aus die Brücke der Giona passiert hat, nach Sciaga empor zieht. Entlang dieses Wegs kann man Spuren der Geschichte Indeminis entdecken. Auf dem Weg zum Fluss Giona auf der rechten Talseite wandert man durch einen ehemals kultivierten Kastanienwald (selva castanile). Im Bereich der Brücke über die Giona stehen einige Mühlen, in denen früher Roggen und höchstwahrscheinlich auch Kastanien gemahlen wurden. Auf der anderen Seite des Flusses ist der Weg mit rohen Steinen aus der Umgebung gepflastert. Dies ist ein Zeichen dafür, dass dieser Weg für das damalige tägliche Leben und als Verbindung zwischen dem Dorf und Sciaga von grosser Bedeutung war. Ein Zeichen für das religiöse Leben ist die Votivkapelle, die sich am Wegrand kurz vor der Siedlung Sciaga befindet. Der Weg wird laufend unterhalten und ist in einem guten Zustand. Im Sommer 2000 wurde der Weg, dank der finanziellen Unterstützung der Gemeinde Indemini, dem Tourismusverein Gambarogno und dem Nationalen Fonds für Landschaft und nicht zuletzt durch die Arbeit von 20 jungen Auszubildenden aus Uznach stark verbessert. Vom Weg nach Sciaga zweigt der Wanderweg nach Italien ab und führt in Richtung der grossen Alpweidegebiete bei Cassinello und Monteviasco. Auf dem Weg überquert man den Bergbach „Inferno“ wo früher ein kleines Kraftwerk Indemini mit einem Minimum an Strom versorgte.

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